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29.09.2011 Energieeffizienz in Gebäuden spart 212 Millionen Megawattstunden Energie pro Jahr PDF Drucken E-Mail

29.09.2011

Energieeffizienz in Gebäuden spart 212 Millionen Megawattstunden Energie pro Jahr

Durch verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden, Transport und industriellen Verfahren kann der Energieverbrauch weltweit um 17- 33 Prozent bis 2050 verringert werden. So eine Studie der Internationalen Energieagentur.  

Die Bundesregierung plant in ihrem Energiekonzept die Senkung des Primärenergiebedarfs im Gebäudesektor um 80 Prozent bis 2050. Dazu soll der Anteil der jährlich energetisch sanierten Gebäude von 0,8 Prozent auf zwei Prozent erhöht werden. Bei zwei Prozent energetischen Sanierungen pro Jahr wird jedes Gebäude bis 2050 nur einmal erreicht – so muss jede einzelne Sanierung umfassend sein, um eine 80-prozentige Reduktion des Primärenergiebedarfs zu erreichen.  Das sind ambitionierte Ziele, die jedoch nicht nur für den Klimaschutz weltweit, sondern auch für jeden einzelnen von Vorteil sind.

Neben der Unabhängigkeit von Strompreisschwankungen, der Steigerung des Wertes der Immobilie und damit eine bessere Vermietbarkeit, nimmt die Wohn-und Nutzqualität zu. Es entstehen erhebliche Energie- und Nebenkosteneinsparungen. Des Weiteren wächst die Unabhängigkeit in Bezug auf fossile Energieträger. Eine bessere innere Luftqualität bei Lüftungsanlagen durch mögliche CO2 - und  Feuchtesteuerung bildet einen weiteren Vorteil. Durch Verringerung von Wärmebrücken ist Feuchte- und Schimmelbefall  unwahrscheinlich. Mehr Behaglichkeit durch Erhöhung der Oberflächentemperaturen und geringere Temperaturschwankungen im Sommer wie auch Winter sind weitere Effekte der energetischen Sanierung.

Nun stellt sich die Frage welche Kosten für die energetische Sanierung von Gebäuden anfallen und wie diese vom Staat gefördert werden. Nötige Investitionen werden durch umfangreiche Förderprogramme der Bundesregierung unterstützt. Sie führen größtenteils bereits mittelfristig zu einer erheblichen Kostenersparnis. Haus- und Wohnungseigentümer werden über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Bankengruppe) durch die Förderprogramme "Energieeffizient Bauen" und "Energieeffizient Sanieren" mit zinsgünstigen Krediten und Zuschüssen bei der Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen unterstützt. Grundsätzlich gilt: Die Förderung fällt im Einzelfall umso attraktiver aus, je mehr Energie die geförderte Maßnahme einspart. Gefördert werden zum Beispiel Wärmedämmung, Erneuerung der Fenster, Austausch der Heizung oder Einbau einer Lüftungsanlage. Die Maßnahmen können frei miteinander kombiniert werden.

Wenn der Wohnungsbestand, der bis zum Ende der 70er-Jahre gebaut worden ist, energetisch saniert und auf das Energieniveau eines Neubaus gebracht wird, dann lassen sich dadurch 212 Millionen Megawattstunden Energie pro Jahr einsparen, heißt es in einem Positionspapier, das die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ in Berlin vorgelegt hat. Die Angaben gehen auf eine gemeinsame Studie der Kieler „Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen“ (ARGE) und des Pestel-Instituts in Hannover zurück, die die Aktion „Impulse für den Wohnungsbau“ in Auftrag gegeben hat. Umgerechnet wäre das übrigens die Energie, die man bekommen würde, wenn alle Dächer Berlins mit Solarkollektoren bedeckt würden – und das 70 Mal.

Finanziell würde die energetische Altbausanierung ein Investitionsvolumen von nahezu 900 Milliarden Euro auslösen – und damit die Binnenkonjunktur erheblich beleben, so das Verbände-Bündnis. Die Studie zeige zudem, dass dadurch für die kommenden Jahrzehnte die Schaffung von bundesweit rund 300.000 dauerhaften Arbeitsplätzen zu erwarten sei.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 04. Oktober 2011 um 13:54 Uhr