Wasser ist Leben - Sauberes Wasser ist Überleben

Das Trinkwasser in Deutschland ist nachweislich von hoher Qualität. Aber ist das Wasser, das aus den Armaturen kommt, auch wirklich noch das selbe Wasser, welches das Wasserwerk verlassen hat? Das ist keinesfalls immer der Fall. Eine Verschlechterung der Trinkwasserqualität auf dem Weg zum Verbraucher kann durch sehr unterschiedliche Ursachen erfolgen. Einfluss auf die Trinkwasserqualität kann die Art der Rohrleitungsinstallation, ungewollter Kontakt mit ungeeigneten Werkstoffen, eine Stagnation des Wassers in weniger genutzten Leitungsabschnitten oder eine Erwärmung des Kaltwassers haben. Dies kann zu gesundheitlichen Schäden führen, im schlimmsten Falle sogar lebensgefährlich sein. 

Die Qualität unseres Wasser ist in Deutschland duch die Trinkwasserverordnung geregelt. Allerdings endet diese Garantie an der Grundstücksgrenze, beziehungsweise an der Wasseruhr. Danach ist der Eigentümer der Immobilie verantwortlich für die Wasserqualität. Wir möchten sensibilisieren für ein Thema, das nicht direkt sichtbar ist, dafür aber enorm wichtig für die Gesundheit jedes Einzelnen. Wann haben Sie zuletzt Ihre Leitungen checken lassen?

Woher kommt eigentlich unser Trinkwasser?

In Deutschland wird das Trinkwasser aus fünf Rohwasserarten gewonnen: Grundwasser, Quellwasser, angereichertes Grundwasser, Oberflächenwasser und Uferfiltrat. Der größte Anteil unseres Trinkwasser entstammt dem Grundwasser. Es entsteht durch das Versickern von Niederschlägen, See- und Flusswasser. Es wird mit Brunnen aus der Tiefe geholt und aufbereitet, genau wie Uferfiltrat, welches aus der Nähe von Flüssen und Seen gewonnen wird.

Wie es sich aber genau zusammen setzt, ist von Region zu Region unterschiedlich. In Schleswig-Holstein, dem Saarland, in Bremen und Hamburg erfolgt fast die gesamte öffentliche Trinkwasserversorgung mit Grund- und Quellwasser. In Sachsen hingegen wird das Trinkwasser zu 73 Prozent aus Seen und Talsperren (Oberflächenwasser) gewonnen.

Das gewonnene Rohwasser wird in Wasserwerken durch chemische und physikalische Verfahren zu Trinkwasser aufbereitet. Die Aufbereitung wird durch die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) geregelt. Das Trinkwasser verlässt das Wasserwerk und fließt durch ein weit verzweigtes Rohrnetz bis zum Wasserhahn der Verbraucher. Nach dem Gebrauch wird das Wasser als Abwasser in die Kanalisation gespült, gereinigt, in das Grundwasser geleitet und der Trinkwasserkreislauf beginnt wieder von vorn.

Verunreinigung des Trinkwassers - Gefahr & Ursachen

Nicht umsonst gilt Wasser als das am strengsten überwachte Lebensmittel. Denn die Gefahr der Verkeimung durch unsachgemäße Installation oder veraltete Rohrleitungen ist auch in Deutschland weit verbreitet. Mangelhafte Armaturen und unerwünschte Ablagerungen bieten Bakterien einen idealen Nährboden. Bakterien wie Legionellen, Kolibakterien (E.coli) oder Pseudomonaden können zu gesundheitlichen Problemen führen. In Deutschland geht man beispielsweise von jährlich rund 3000 Todesfällen aus, die auf die vom Bakterium Legionella pneumophila hervorgerufene Legionärskrankheit zurückgeführt werden können. Eine fachgerechte Rohrinstallation, regelmäßige Überprüfung der Trinkwasserqualität und Wartung sichern auch im Eigenheim die Trinkwasserqualität.

Ab einer Größe von 400 Litern Fassungsvermögen muss die Trinkwasseranlage in bestimmten Abständen kontrolliert werden, so fordert es die deutsche Trinkwasserverordnung. Das betrifft vor allem öffentliche Einrichtungen und größere Immobilien. Eigenheimbesitzer mit kleineren Trinkwasseranlagen sind selbst verantwortlich, präventive Maßnahmen zur Legionellenabwehr zu veranlassen. Verlassen Sie sich bei diesen Wartungsarbeiten ebenso wie bei der Installation ausschließlich auf die Expertise eines Fachmanns. Die regelmäßige Wartung des Trinkwassersystems gehört deswegen unbedingt zur Immobilienpflege. Trinkwasserhygiene liegt in der Verantwortung des Gebäudeeigentümers und ist unerlässlich für die Gesundheit der Bewohner.

Wie lässt sich die Gefahr durch Legionellen & Co. minimieren?

Allem voran sollten bei der Installation und Wartung stets Experten aus dem Sanitär-Fachhandwerk zu Rate gezogen werden. Gerade beim Thema Trinkwasser gibt die allgemeine Trinkwasserverordnung in Deutschland klare Richtlinienen vor, die es zu beachten gilt und die teilweise recht komplex in der Umsetzung sind. Ein Grund mehr, sich mit Blick auf die eigene Gesundheit auf die Expertise eines Fachmanns zu verlassen. Der SHK-Profi weiß, welche Materialien Verwendung finden sollten und wo die Leitungen isoliert werden müssen. Er weiß, wann der Einbau eines Trinkwasserfilters Sinn macht und er kann über den Test der Trinkwasserqualität Rückschlüsse auf gegebenenfalls notwendige Sanierungsmaßnahmen ziehen. gehen Sie auf Nummer sicher.

Hände Wasserstrahl

Schützen Sie auch während des täglichen Gebrauchs die Leitungen Ihrer Trinkwasseranlage.

Wir haben ein paar Tipps & Hinweise für Sie zusammengestellt:

  • Sorgen Sie dafür, dass die Temperatur in den Warmwasserspeichern über 60° Celsius liegt.
  • Stellen Sie eine kontinuierliche Bewegung des Wassers in den Leitungen sicher. Denn Stagnation - gerade auf den letzten Metern bis zur Entnahme - gefährdet massiv die Trinkwasserqualität. Ganz einfach Wasser laufen lassen, bis es kühl über die Finger läuft. 
  • Verwenden Sie kein Warmwasser aus der Leitung zum Trinken oder Zubereiten von Speisen. Es gilt zwar als Trinkwasser, weist aber insbesondere bei einer zentralen Warmwasserbereitstellung längere Kontaktzeiten mit der Installation auf. Zudem fördert erhöhte Temperatur generell den Übergang unerwünschter Stoffe.
  • Nach längerer Abwesenheit: Spülen Sie die Leitungen bei Wiederinbetriebnahme gründlich durch.
  • Machen Sie in regelmäßigen Abständen einen "Trinkwasser-Check".
  • Halten Sie die Wartungsintervalle für Ihren Wasserfilter ein.

Wer trägt die Verantwortung für Wasserqualität?

  • Das Wasserversorgungsunternehmen ist für die Trinkwasserqualität bis zur Gebäudegrenze verantwortlich.
  • Der Hauseigentümer oder der Betreiber des Gebäudes ist für die Trinkwasser-Installation und damit auch für die Trinkwasserhygiene im Gebäude verantwortlich.
  • Die Bewohner, bzw. die Nutzer sind für die Regelmäßige Entnahme des Trinkwassers verantwortlich.
  • Die Überwachung der Trinkwasserqualität liegt beim örtlichen Gesundheitsamt.

Wissenswertes über Trinkwasserhygiene

  • Im Durchschnitt verbraucht jeder Einwohner in Deutschland 127 Liter Trinkwasser pro Tag. (BdEW, 2018)
  • Personen, die in Mehrfamilienhäusern leben verbrauchen etwa ein Fünftel weniger als der durchschnittliche Einwohner in Deutschland. 2018 lag der Verbrauch bei durchschnittlich rund 32 Liter Warm- und 73 Kaltwasser pro Person und Tag.
  • Historisches: 1892 entdeckte Robert Koch nach der verheerenden Choleraepidemie in Hamburg, dass die Krankheitserreger über Abwässer ins Elbwasser gelangt waren, das auch unmittelbar zur Trinkwassergewinnung genutzt wurden. 
  • Rund sieben Millionen Wasserfilter in Deutschland müssen dringend gewartet oder ausgetauscht werden. Etwa 50 Prozent der Trinkwasseranlagen haben überhaupt gar keinen Wasserfilter.
  • Das Material ist entscheidend: Die Trinkwasserinstallation in einem Gebäude besteht neben Rohren auch aus Armaturen, Rohrverbindern, Trinkwassererwärmern, Trinkwasserzählern und optional genutzten Bauteilen, wie beispielsweise Pumpen. Sollten hier Produkte aus ungeeigneten Materialien verwendet werden, können diese Stoffe in das Trinkwasser abgeben, die Auswirkungen auf Geruch, Geschmack und Qualität haben. Achten Sie darauf, dass alle Bauteile aus Kupfer, nichtrostendem Stahl, Kunststoffen sowie aus feuerverzinktem und schmelztauchverzinktem Stahl sind. In einigen Gebäude sind noch Bleirohre zu finden. Stellen Sie sicher, dass diese möglichst umgehend ausgetauscht werden.