Solaranlagen: Richtige Wartung nach Jahrhundertsommer

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27.08.2018

Rekordverdächtige Temperaturen und Sonnenschein pur: Der Jahrhundertsommer neigt sich dem Ende. Zeit, Bilanz zu ziehen. Besonders Besitzer thermischer Solaranlagen konnten von den Witterungsverhältnissen profitieren: Denn dank Sonne satt mussten sie in den vergangenen Monaten keinerlei Energiekosten für den Verbrauch von Warmwasser und Co. zahlen. Weil eine solche Dauerbelastung aber Spuren hinterlässt, wird eine umfassende Wartung besonders wichtig.

Zustand der Solarflüssigkeit

Hauptaugenmerk sollte bei der Wartung auf der Analyse der Wärmeträgerflüssigkeit stehen. Denn durch die starke Sonneneinstrahlung verdampft diese bereits in den Kollektoren. Die erzeugte Solarwärme kann dann nicht in den Speicher abgegeben werden. Man spricht von Stagnation. Zwar stellt Stagnation grundsätzlich kein Problem dar, jedoch wird die Wärmeträgerflüssigkeit mit jedem Stagnationsprozess einer beschleunigten Alterung unterzogen und verlangt daher nach einer regelmäßigen Überprüfung.
Ein Kriterium bildet der ph-Wert. Im Neuzustand liegt dieser bei über 8,0 – kann durch wiederholte Stagnation aber sinken. Fällt der ph-Wert auf unter 7,0 ist ein Wechsel erforderlich.

Hilfreich kann es auch sein, die Farbe der Flüssigkeit im Auge zu behalten. Denn auch aus der Färbung der Solarflüssigkeit lässt sich der Zustand ablesen. So verursacht andauernde Überhitzung die Bildung dunkler, klebriger und unlöslicher Zersetzungsprodukte, die eine dunkelbraune Färbung erzeugen. Gleichzeitig wird dadurch der Durchfluss vermindert und Leistungsfähigkeit der gesamten Anlage eingeschränkt.
Zudem geht die Verfärbung oftmals mit einem unangenehmen, „verbrannten“ Geruch einher. Bei regelmäßiger Wartung ist eine solche Veränderung der Flüssigkeit jedoch sehr unwahrscheinlich.

Bestens gewappnet für die nächste Hitzewelle

Eine professionelle Wartung umfasst – neben der Prüfung der Wärmeträgerflüssigkeit – die Kontrolle der Funktionstüchtigkeit von Ausdehnungsgefäß sowie Sicherheitsventil.
Ist das Ausdehnungsgefäß beispielsweise defekt und noch keine zehn Jahre alt, sollte neben dem Gefäßaustausch auch die Neuberechnung des erforderlichen Volumens erfolgen.
Darüber hinaus ist bei der Installation eines Vorschaltgefäßes darauf zu achten, dass dieses über eine Rohrleitung, die mindestens 30 cm vor der Solarstation im Rücklauf abgenommen wird, in Reihe mit dem Ausdehnungsgefäß montiert wird.

Wird eine regelmäßige Wartung unter Berücksichtigung der genannten Punkte durchgeführt, steht der Vorfreude auf die nächste Hitzewelle nichts mehr im Wege.